Mal ein kurzer Gruss aus der alten Heimat! Inzwischen bin ich nach mehrtaegiger Rundreise in Nuernberg angekommen. Zu erzaehlen gibt's nicht viel, ausser dass bis jetzt alles, was ich geplant hatte, recht erfolgreich und angenehm verlief. Zwei Bilder vom Flug hab ich hier noch mit eingebunden, einmal der "first class" Sitz am Notausgang (Leute, das ist sooo angenehm) und einmal den Blick nachts aus meinem Fenster. Leider ohne Stativ, mit Reflektionen aus der Kabine und mit Reflektionen im natuerlich verkratzten Plexiglas und Glas der Aussenhuelle. Trotzdem gut genug, um ne Idee davon zu bekommen, wie beeindruckend das aussah, mit der Tragflaeche beleuchtet und der Mond darueber und den Wolken unten am Grund.
Davon abgesehen hab ich mich gefreut, mal wieder alte und natuerlich auch neue Freunde zu treffen und die Freude war offensichtlich beidseitig. Jungs, war definitiv lustig, euch mal wieder zu sehen

. Festgestellt habe ich, dass selbst Fremde mich ansprechen, ob ich Amerikaner sei, wegen meinem "Dialekt" (dazu komme ich gleich). Nun muss ich dazu sagen, dass man meiner Meinung nach Deutsch nicht verlernt, wenn man regelmaessig liest und schreibt - allerdings hat man mit der Aussprache durchaus Schwierigkeiten: Das ist jetzt seit 2 Jahren das erste mal, dass ich wieder ernsthaft deutsch spreche und zum einen ist mein Gehirn momentan noch irgendwie so getriggert, dass ich Fremde per default auf englisch ansprechen will, zum anderen spreche ich zwar kein breites amerikanisch klingendes Deutsch - aber ich bin inzwischen so die englische Aussprache gewohnt, dass einzelne Laute recht "englisch" klingen. Meine "r"s sind vielen Leuten aufgefallen, da die oft english klangen, also wie das amerikanisch betonte "r" in "good morning" zum Beispiel. Verblueffend, wie man Aussprachen aufnimmt und die in andere Sprachen uebernimmt. Aber das ist auch nur gewoehnungssache und inzwischen, nach den ersten paar Tagen, fast wieder komplett weg. Zu guter letzt war es, finde ich, die ersten tage hier sehr schwer, fluessig deutsch zu sprechen. Wie gesagt, ich kann deutsch und man verlernt es auch nicht - trotzdem spreche ich in englisch fluessiger und deutsch sprechen war dann doch etwas anstrengend, da es einfach wieder ein paar Tage dauert, bis es fluessig kommt. Schwer zu beschreiben wohl - ich hoer mich selbst deutsch reden und finde es schrecklich, weil ich teilweise Dinge unterbewusst amerikanisch betone, dann noch der alte Dialekt wieder reinkommt und man irgendwie einfach nicht genau weiss, wie man denn nun sprechen soll, ohne dass es sich "gestelzt" anhoert. Zumindest hab ich mich mit einem anderen "Exil-Amerikaner" unterhalten, der mir bestaetigt hat, dass ich wohl nicht der einzige bin, der diese Feststellung macht. Und wie gesagt, nach den ersten paar Tagen, ist das fast schon wieder komplett weg. Kleiner Fauxpas am Rande: Ich unterhalte mich im Kap mit Freunden und erzaehle Zeugs und irgendwann faellt mir auf, dass ich seit mehreren Minuten mit denen Englisch rede. Sie wollten mir aber nix sagen, weil verstanden haben sie mich ja trotzdem

. Das fuehre ich aber auch nur teilweise darauf zurueck, dass ich es schlicht und einfach inzwischen so gewoehnt bin, englisch zu sprechen. Dem sechsten oder siebentem Bier gebe ich da eine deutliche Mitschuld
Besides all that: Irgendwie ist es doch faszinierend, wie sehr sich Kleinigkeiten geaendert haben, aber im grossen und ganzen alles irgendwie so wirkt, als waere man erst vorgestern weggegangen.
Naja, mehr Berichte gibts irgendwann die Tage, nach Weihnachten oder so. Stay tuned